Nachschau - Veranstaltung am 09.07.2014

 

 

        

 am Mittwoch 09. Juli 2014  

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Eigenbericht der Sektion Elbe-Weser

Von Werner Hinrichs

Die Reisegruppe im AIRBUS Werk Bremen

Am 09. Juli führten die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Sektion Elbe – Weser, der Verband der Reservisten der Bundeswehr, Kreisgruppe Rotenburg sowie die Traditionsgemeinschaft FlaRakGrp 36, die sich mit Sicherheitspolitik im Elbe Weser Raum beschäftigen, ihre diesjährige Exkursion zum Flugzeugshersteller AIRBUS GROUP und zum Bunker Valentin in Bremen durch. 54 erwartungsfrohe Mitglieder und Gäste hatten sich zur Abfahrt am frühen Morgen auf dem Marktplatz in Bremervörde eingefunden. Auf Einladung des Senior Manager AIRBUS Operations GmbH Heino Engelke, besichtigte die große Besuchergruppen zuerst AIRBUS Group am Standort in Bremen und am Nachmittag den Gedenkort Bunker Valentin.

Nach der freundlichen Begrüßung im Besucherzentrum von AIRBUS GROUP  Bremen durch Herrn Engelke erhielt  die Besuchergruppe von ihm einen kurzen Überblick über die unterschiedlichsten Geschäftsfeldern des Hauses. Dabei zeichnet sich insbesondere Bremen im Rahmen des Fertigungsverbundes als Zentrum für die Flügelausrüstung und für die Herstellung  aller Großraumflugzeuge aus. Viele Fragen vor allem zur Fertigung des Militärtransportflugzeuges A400M wurden durch den Referenten genau beantwortet, was dem Wunsch der Besuchergruppe entsprach.

Im Anschluss daran übernahm die Firma Globetrotter Tours die Besuchergruppe. Sie teilte diese in drei kleinere Einheiten auf und durch geschultes Führungspersonal wurde ein guter Überblick über die unterschiedlichen Fertigungs- und Forschungsprozessen des Werkes vermittelt.

Deutlicher wurde dabei, dass Airbus neben Boeing einer der weltweit bedeutendsten Flugzeugbauer ist. Airbus liefert die Hälfte aller Verkehrsflugzeuge weltweit und hat letztes Jahr über 650 Flugzeuge an Kunden ausgeliefert und somit eine starke Marktstellung. Mit dem Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, hat Airbus mit über 140 Auslieferungen die Nase vorn. Die Endfertigung der Airbus Passagierflugzeuge erfolgt in Toulouse und Hamburg-Finkenwerder. Zwischen den einzelnen Standorten werden die Teile mit dem LKW, dem Schiff und eigens für Airbus gebauten Beluga-Flugzeugen transportiert. Die Besucher hatten dabei die Gelegenheit den Verladevorgang eines A 350 Flügels, der zur Endmontage nach Toulouse gebracht werden sollte, zu beobachten.

Senior Manager AIRBUS Operations GmbH Heino Engelke (links) mit Sektionsleiter Werner Hinrichs

Viele Montagearbeiten werden noch per Hand gemacht. Eine Automatisierung ist oft sehr teuer und nicht immer rentabel. So konnte beobachtet werden, dass der Werksarbeiter bei AIRBUS GROUP in Bremen sehr gut ausgebildete und hervorragende Montagearbeiten leisten. Forschung und Produktion gehen in Bremen Hand in Hand. Das Bremer Werk ist das zweitgrößte Airbus-Werk in Deutschland mit über 4000 Mitarbeitern und es liegt direkt am Bremer Flughafen. Das Werk ist ursprünglich am 24. Oktober 1923 als Bremer Flugzeugbau AG gegründet worden. Am 1. Januar 1924 wurde es dann in die Focke-Wulf-Flugzeugbau AG umbenannt. 1961 kam es zur Fusion der Focke-Wulf-Flugzeugbau AG und der Weser Flugzeugbau GmbH (Weserflug) zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW).

Nach weiteren Firmenumgruppierungen und Fusionierungen weltweit, so erfuhren die Besucher ist seit 01. Januar 2014 das Europäische Kompetenzzentrum für bemannte Raumfahrt, Trägerraketen und Weltraumrobotik am Standort Bremen zu Airbus Defence and Space, fusioniert und mit über 1000 Mitarbeiter der AIRBUS GROUP zugeordnet worden. Eine Besichtigung dieser sicher sehr interessanten Bereiche ist einem anderen Besuch bei AIRBUS GROUP Bremen vorbehalten.

Die Besucher erhielten bei der Werksführung einen guten Einblick in die gesamte Prozesskette von Hochauftriebssystemen (z. B. Landeklappen), d. h. die Entwicklung, die Konstruktion und Erprobung für alle Airbus-Programme.

In der Ausrüstungsmontagehalle zeigte den Teilnehmern, wie die Tragflächen der Programme A340/A330, A300/310 und A 350 mit allen Systemen versehen und getestet werden. Dazu gehören alle elektrischen Komponenten sowie Systeme zur Enteisung und für die Flügelsteuerung. Darüber hinaus werden die Tragflächen mit allen beweglichen Teilen (Vorflügel, Landeklappen, Querruder, Spoiler und Airbrakes) in dieser Halle ausgestattet.

Der Höhepunkt der Werksbesichtigung war der Besuch der  Montagehalle für den Militärtransporter  A 400 M. Fast 700 Airbus-Mitarbeiter am Standort Bremen arbeiten hier an den  Rumpf der Militärmaschine.

Die Entwicklungstätigkeiten am Standort Bremen für die A400 M, so wurde erzählt,  beziehen sich auf den Rumpf mit allen elektrischen und mechanischen Systemen, das Frachtladesystem sowie die Hochauftriebssysteme.

Die A400M ist das modernste und flexibelste Militärtransportflugzeug der Welt. Sie wird die Lufttransportfähigkeiten der Bundeswehr so war die Meinung, erheblich erweitern und die Truppen in ihren anspruchsvollen Missionen auf der ganzen Welt unterstützen. Diese A400M ist ein völlig neu entwickeltes und speziell auf die Anforderungen der Streitkräfte im 21. Jahrhundert hin ausgelegtes militärisches Transportflugzeug.

Die vielfältigen Produktionswege, die Verwendung von modernen Verbundfaserstoffen und die internationale Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern waren beeindruckend.

Nach der sehr interessanten Führung über das Werksgelände ging es zum Mittagessen in die Kantine dieses Werkes. Viele der Teilnehmer der Besuchergruppe waren überaus positiv überrascht über die moderne, funktionale Perfektion der Küche, vor allem über das gute und überaus reiche Angebot der Mittagsmalzeit. Unter den hunderten Werksangehörigen, die hier ihr Mittagessen einnahmen war die Bremervörder Besuchergruppe schnell integriert.

Nach der Verabschiedung durch den Senior Manager AIRBUS Operations GmbH Heino Engelke ging es zum nächsten Höhepunkt der Exkursion, zum Denkort Bunker Valentin nach Bremen – Farge.  

Die U-Boot-Bunkerruine Valentin in Bremen-Farge

Zwei Gästeführer der Bundeszentrale für Politische Bildung in Bremen führten durch die Bunkerruinen einer U-Boot-Werft der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg. Dabei erklärten sie, dass der Bunker Valentin in den Jahren 1943 bis 1945 von Tausenden Zwangsarbeitern aus ganz Europa erbaut wurde. Mehr als 1100 von ihnen starben während der Bauarbeiten an Unterernährung, Krankheiten und willkürlichen Tötungen.

Der Bunker, in der Nähe der Ortschaften Bremen-Farge und Neuenkirchen gelegen, war nicht das einzige Rüstungsprojekt der Nationalsozialisten in der Unterweser-Region. Zwei riesige Tanklager in der Rekumer und Farger Heide im Norden Bremens wurden erbaut, um die Kriegsmarine im 2. Weltkrieg mit Treibstoffe zu versorgen.

Die Überreste des Bunkers Valentin, in dem nie ein U-Boot gebaut wurde

1943 war der Baubeginn eines der größten Rüstungsprojekte an der Unterweser. In weniger als zwei Jahren, so erklärten die Gästeführer, entstand hier eine  verbunkerte Werft zum Bau von U-Booten des Typs XXI. Es war die Absicht, ab Herbst 1945 alle zwei Tage ein U- Boot im Taktverfahren herzustellen und in Dienst zu nehmen. Der Bunker sollte jedem Bombenangriff standhalten. Hierzu erhielt der Bunker bis zu sieben Meter dicke Decken und Wänden. Das Kriegsende, im Mai 1945 beendete diesen gigantischen Wahnsinn. Im Bunker Valentin wurde nie ein U- Boot gebaut. Nach Kriegsende, so erzählten die Gästeführer, diente der Bunker den Alliierten zunächst als Zielobjekt für Bombentests, danach sollte er abgerissen werden, was scheiterte. Von 1960 bis Ende 2010 diente der Bunker der Bundeswehr als Materialdepot. Seitdem wird dieser Bunker zum Gedenkort Bunker Valentin hergerichtet. Beeindruckt vom menschlichen Leid der über 10.000 Zwangsarbeiter, die in dieser Baustelle gearbeitet haben und der Sinnlosigkeit solcher Kriegsobjekte verließen die Besucher diesen Ort des Grauens.

Kaffee und Kuchen im Fährhaus Farge

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen im Fährhaus Farge  verlief die Rückfahrt   mit sehr intensiven Gesprächen trotz eines sehr anstrengenden Tages. Die zahlreichen neuen, intensiven Eindrücke mussten in Gesprächen nachbereitet werden. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

 

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