• Mi, 14. März 2012
    Oldenburg
    Vortragsabend
    Vernetzte Sicherheit - vernetzte Sicherheitspolitik"
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    Vortragsabend
    Vernetzte Sicherheit - vernetzte Sicherheitspolitik"
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    "Pakistan - Unterstützer der
    Taliban oder Freund des Westens?"
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    für eine Wiedervereinigung?"
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    Bremervörde / Zeven
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    zum Vortrag am 15.02.2012
  • Fr, 17. Februar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Pressebericht
    "Ägypten nach Mubarak"
    zum Vortrag am 15.02.2012
  • Fr, 17. Februar 2012
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    Eigenbericht zum Vortragsabend
    "Streitkräfteversorgung mit
    optimiertem Ressourceneinsatz"
  • Mo, 30. Januar 2012
    Wilhelmshaven / Friesland
    Eigenbericht
    zur Mitgliederversammlung
    2012
  • Mi, 18. Januar 2012
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    Eigenbericht zum Vortragsabend
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    mit Dr. Heinrich Heiter
  • So, 15. Januar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Bericht der Bremervörder Zeitung
    zum Vortrag von Oberst Kirsch
    am 12.01.2012
  • So, 15. Januar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Pressebericht zum Vortrag
    von Oberst Ulrich Kirsch "Eine neue Phase der Unsicherheit"

Nachschau - Veranstaltung am 12.01.2012

 

Vortragsabend

zum Thema

Die Neuausrichtung der Bundeswehr -

ein kritischer Blick auf die große Reform

Referent:

Oberst Ulrich Kirsch

Bundesvorsitzender

Deutscher Bundeswehrverband e.V.

am Donnerstag, 12. Januar 2012, 19:30 Uhr

Kaserne Seedorf

*****

Pressebericht

vom 12.01.2012

Oberst Ulrich Kirsch zur Neuausrichtung der Bundeswehr

„Eine weitere Phase der Unsicherheit“

In der Auftaktveranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) wurde ein kritischer Blick auf die Bundeswehrreform geworfen.

von ARANKA SZABÓ

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Brigadegeneral Reinhardt Zudrop. GfW-Landesbereichsvorsitzender und Sektionsleiter Werner Hinrichs führte in den Vortrag ein.

Oberst Ulrich Kirsch beim Vortrag in Seedorf

Auf 185.000 Soldatinnen und Soldaten, 55.000 zivile Dienstposten und 264 Standorte soll die künftige Bundeswehr reduziert werden. Im Schwerpunkt des Reformbegleitprogramms und den dazugehörigen Gesetzen gehören der Personalabbau und Maßnahmen für eine attraktivere Bundeswehr. In Niedersachsen werden drei Standorte geschlossen, darunter Schwanewede. „Signifikant reduziert“ werden vier weitere Standorte, darunter Visselhövede.

Eineinhalb Jahre lang mussten die Soldaten von der Reformankündigung bis zur Verkündung der Standortentscheidung warten, sagte Kirsch. „Eine weitere Phase der Unsicherheit“ beginne für diejenigen, deren Standort verkleinert oder aufgelöst werde. Fragen, ob das Kind am alten oder neuen Standort eingeschult werden soll oder wann der richtige Zeitpunkt zum Verkauf des Wohneigentums wäre, seien nur einige Fragen, die sich diese Soldaten und zivilen Mitarbeiter mit ihren Familien stellen würden. „Eine Unsicherheit hat die andere abgelöst“, meinte Kirsch. Der Bundesvorsitzende forderte hier eine baldige Planungssicherheit. Der Realisierungsplan soll im April vorliegen. Aber bis der Organisations- und Stellenplan unter anderem vorliege,  das „wird noch Zeit in Anspruch nehmen“. Dem Bundeswehrverband ginge es darum, „die Härten der Neuausrichtung sozial abzufedern“ und „keine Reformverlierer zuzulassen.“
„Weitestgehend Ziel verfehlt, enttäuschend, minimalisiert“ nannte Kirsch das Reformbegleitprogramm. „Wir haben uns schon gewünscht, einen großen Wurf für moderne Streitkräfte zu machen“, was auch die sozialen Rahmenbedingungen angehe.

Kritik äußerte Kirsch an der Motivation zur Bundeswehrreform. Nicht die neue sicherheitspolitische Lage oder Veränderungen in den Streitkräften sei Motor der Reform gewesen: „es war das Spardiktat des Bundesministers für Finanzen“, sagte Kirsch. Damals sollten durch eine Bundeswehrreform 8,3 Milliarden Euro bis 2014 eingespart werden. „Unrealistisch und unseriös“ nannte Kirsch damals die Planung. Selbst bei den heute geplanten 4,3 Milliarden Euro an Einsparungen „bleibt wenig Geld für wirkliche Verbesserungen bei der Ausrüstung und bei der Attraktivität des Dienstes bei der Bundeswehr“, so Kirsch. Eine Bundeswehr, die vom Auftrag her denkend, alles bekomme was sie für ihre Aufgaben bräuchte, statt vom Geld her gedacht, strukturiert und ausgestattet zu sein, könne nur die Sicherheit Deutschlands und die „offenbar gewünschte „bedeutende Rolle“ in der internationalen Gemeinschaft garantieren.“

Die Reform sei die sechste seit 1990. Alle dreieinhalb Jahre hätten Soldaten tiefgreifende Strukturreformen hinnehmen müssen, sagte der Bundesvorsitzende. „Zu Recht sind alle reformmüde.“ Alle Menschen in der Bundeswehr hätten Ruhe, Normalität und etwas Routine verdient, meinte Kirsch. Ohne diese Menschen nütze die beste Reform nichts, denn wenn sie die Reform nicht mit Motivation und Engagement mit Leben füllten, werde sie erfolglos bleiben. Damit käme es bei der Reform vor allem auf die Menschen an, „die drin bleiben“ und „die Reform wuppen müssen“. Diese müssten attraktive Rahmenbedingungen haben.

Die Bundeswehr werde künftig mit dem freien Arbeitsmarkt konkurrieren. 600.000 Menschen kämen künftig jährlich auf den Arbeitsmarkt. 60.000 müsste jedoch das Bewerberaufkommen in der Bundeswehr hoch sein, um das nötige Personal aussuchen zu können. „Zehn Prozent, das ist sportlich“, sagte Kirsch. Laut dem Bundeswehrverband reichten die eingestellten 250 Millionen Euro jährlich für Attraktivitätsmaßnahmen und Personalumbau nicht aus. 1 Milliarde Euro jährlich wären nötig, um die Bundeswehr innen attraktiv zu gestalten.

Attraktive Rahmenbedingungen seien neben der dauerhaften Wahlfreiheit zwischen Trennungsgeld und Umzugskostenvergütung, eine angemessene Überstundenvergütung und die Zusage, das allgemeine Laufbahnziel erreichen zu können. Auch gehöre eine Verbesserung des Einsatzversorgungsverbesserungsgesetz dazu, deren „dringlichste Lücken“ jedoch geschlossen würde. Auch die Schaffung von Rechtssicherheit im Einsatz, Verbesserung von Ausrüstung und Ausstattung sowie eine Verbesserung der Kinderbetreuung nannte der Vorsitzende als weitere Punkte.

Von einer Schaffung eines „Binnenarbeitsmarkt Bundeswehr“ der es Zeitsoldaten ermögliche, auch nach ihrer Dienstzeit als Zivilmitarbeiter bei der Bundeswehr zu bleiben, verspricht sich Kirsch viel. In Anbetracht des Fachkräftemangels müsse sich auch die Bundeswehr überlegen, „wo kann sie sie auch weiterhin nutzen.“

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