Nachschau - Veranstaltung am 12.02.2014

 

 

Referent:

Foto: SWP Berlin

Dr. Walter Posch

Stellvertretender Forschungsgruppenleiter (a.i.) Naher/Mittlerer Osten und Afrika

der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin

am Mittwoch, 12. Februar 2014, 19.30 Uhr

im EWE – Kundencenter

 Marktstr. 20, Bremervörde

(rückwärtiger Eingang)

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Pressebericht

vom 17.02.2014

Experte referiert im EWE-Kundencenter zur Außenpolitik des Irans

Von Carmen Monsees 

Der Österreicher Dr. Walter Posch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Stiftung Wissenschaft und Politik und stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Nahost-Afrika.       Foto: Monsees

Bremervörde. Der Iran hat einen neuen Staatschef gewählt. Mit einer neuen gemäßigten und kompromissbereiten Außenpolitik will Präsident Hassan Rohani das Land aus der internationalen Isolation führen und die durch seinen Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad unterbrochene Kommunikation auf der Basis eines moderaten Diskurs wiederbeleben. Rohanis Worten zufolge will der Iran die Beziehung zum Westen verbessern.

Auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik Sektion Elbe-Weser und dem Reservistenverband referierte der ausgewiesene Iran-Experte und stellvertretender Forschungsgruppenleiter Naher/Mittlerer Osten und Afrika der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Dr. Walter Posch, zum Thema „Der neue außenpolitische Weg Irans unter Präsident Hassan Rohani”. Sein Vortrag baute auf einer Analyse der historischen Hintergründe auf. Zudem beschrieb der Nahost-Experte die Veränderungen und die Weiterentwicklung der Außenpolitik des Golfstaates.

Die gezeigte Kompromissbereitschaft des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani zeige einen neuen Kurs in Richtung politischen Tauwetters zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran an. Nahost-Experte Dr. Walter Posch spricht von ersten Ergebnissen in der Atompolitik. Kann Hassan Rohani die Hoffnung erfüllen, bestehende Konflikte mit den USA und anderen Ländern zu beenden? Den Ausführungen des Wissenschaftlers zufolge könne es als ein Versuch gewertet werden, die Handlungsfähigkeit des international stark unter Druck gekommenen Golfstaates zu bewahren. Doch weiterhin herrsche in der Welt das Bild vor, der Iran entwickle Atomwaffen und unterstütze die Terroristenschiene Syriens.

Präsident Hassan Rohani stelle das iranische Nuklear-Atomprogramm unter einen friedlichen Charakter und spreche sich dementsprechend für eine friedliche Nutzung der Atomkraft aus. Die Bevölkerung der Welt beobachte derweil die Entwicklung. „Wir unterschätzen alle, wie wichtig in der dritten Welt Atomkraft ist. Sie wird als absolutes Zeichen der Moderne gesehen, nach dem Motto, was der Westen kann, das können wir auch“, erklärte Iran-Experte Dr. Walter Posch.

Von westlicher Seite jedoch gehe es um die Frage „Können wir dem Iran vertrauen?“ „Für uns stellt sich die Frage, ist der, der da drüben am Drücker sitzt, jemand der Visionen hat und mir morgen, weil er vom Weltuntergang träumt, eine Rakete schickt? Oder ist es jemand, mit dem ich politisch eine Sprache spreche. Jemand der die Sprache von Macht, strategischen Interessen und Win-Win-Situation kennt“, führte Posch aus. 

Mit dem neuen Präsidenten Rohani sei ein Weg zur Annäherung erkennbar, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zu verbessern. Dies sei als Signal des Bestrebens zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu werten. 

Poschs Schlussfolgerung: Ziel des Iran sei es, den Golfstaat als einen wichtigen strategischen Spieler zu etablieren – und nicht im Widerspruch, sondern in Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft zu agieren. Ziel sei ebenfalls, durch solch konstruktiven Ansatz ein Maximum des eigenen Nuklear-Programms zu retten und die Sanktionen zu minimieren, um damit das Regime um eine weitere Generation zu stabilisieren.

„Rohani ist moderat und prinzipientreu”, sagte Posch. Er wolle einen starken Iran, verstehe aber auch, dass ein starkes Land nicht gegen seine Nachbarn stark sein müsse. Das Verständnis um Bedrohungsgefühle sei Rohanis Stärke. Aus Gesprächen mit den Iranern ginge hervor, so der Iran-Experte, dass das Sicherheitsbedürfnis vorhanden sei, und es sich nicht um einen rhetorischen Trick handle. Dafür stehe der neue iranische Präsident, so Dr. Walter Posch.

 

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