Nachschau - Veranstaltung am 17.09.2014

 

 

 

am Mittwoch,  17. September 2014

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Eigenbericht der Sektion Elbe-Weser

Informationsfahrt der Sektion Elbe-Weser

Von Werner Hinrichs

Die Besuchergruppe der Sektion vor dem Ausbildungszentrum   Foto: GfW

Bremervörde. Am 17. September  führten die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Sektion Elbe – Weser, der Verband der Reservisten der Bundeswehr, Kreisgruppe Rotenburg sowie die Traditionsgemeinschaft FlaRakGrp 36, die sich mit Sicherheitspolitik im Elbe Weser Raum beschäftigen, eine weitere Informationsfahrt nunmehr zur Heeresfliegerwaffenschule und zum Hubschraubermuseum nach Bückeburg durch. Auf Einladung von General Alfons Mais, Kommandeur der Heereswaffenschule, besuchten 32  Mitglieder und Gäste den  Heeresflugplatz in Bückeburg.

Nach einer freundlichen Begrüßung im Lehrsaalgebäude durch Oberstleutnant Steinbock erhielt die Besuchergruppe von ihm einen sehr detaillierten Vortrag über den Auftrag  und die Aufgaben der Heeresfliegerwaffenschule, die ab nächstem Jahr internationales Zentrum für Hubschrauberausbildung wird. Er zeigte auf, dass die Heeresfliegerwaffenschule die trainingsgebundene Aus- und Weiterbildung für die Heeresfliegertruppe sowie die fliegerische Ausbildung auf Hubschraubern für alle Teilstreitkräfte und Anteile der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung durchführt.

Älteres Fluggerät vor dem Ausbildungszentrum   Foto: GfW

Die Hubschraubergrundausbildung für ca. 70 Flugschüler findet mit modernen Schulungshubschraubern des Typs Eurocopter ES 135 statt. Auch werden dort Piloten der Heeresfliegertruppe auf den leichten Transporthubschrauber NH 90 sowie die der Luftwaffe auf den schweren Transporthubschrauber HC 53 geschult. Des Weiteren finden zurzeit noch Schulungen auf ältere Fluggeräte, wie die  „BO-105“ und „Bell UH-1D“ statt, die kurz vor ihrer Außerdienststellung stehen. Insgesamt verfügt die Hubschrauberschule  über 80 fliegende Waffensysteme.

Zum Einsatzrahmen der Hubschrauberpiloten gehöre auch die „normale militärische Ausbildung“ der Soldaten, so OTL Steinbock. Aufgrund ihrer besonderen Befähigung seien die Flieger jedoch für die verschiedensten Einsatzarten gerüstet – militärischer wie auch ziviler Art. Bei Nothilfeeinsätzen stünden die Hubschrauberpiloten im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereit: „Unsere heutigen Hubschrauber haben da eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den bisherigen Fluggeräten“, so der Oberstleutnant, der hinzufügte, dass die Heeresflieger auch bei ihren Einsätzen in Afghanistan ihren Auftrag erfüllt hätten. Auch wenn vom „Tiger“ aus noch kein Schuss abgegeben worden sei, habe das Kommando doch feststellen können, dass Kampfhandlungen sofort nachließen, sobald die „Tiger“ - Hubschrauber nur im Anflug waren, beschrieb Steinbock die abschreckende Wirkung des effektiven Waffensystems.

Besichtigung des Kampfhubschraubers Tiger   Foto: GfW

OTL Steinbock berichtete, dass seit 2003 die Heeresfliegerwaffenschule ein deutsch/französisches Heeresfliegerausbildungszentrum TIGER (École Franco-Allemande) auf dem Flugplatz Le Luc in der französischen Provence zur Schulung betreibt. An diesem Ableger werden nicht nur deutsche, sondern auch französische und spanische Heeresflieger auf den Kampfhubschrauber TIGER (EC 665) ausgebildet mit insgesamt 16 Simulatorplätzen und über 20 Hubschraubern für den Realflug.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Referent fachkundig viele Fragen der Zuhörer zur Ausbildung, zum Einsatz und zur Leistungsfähigkeiten der Hubschrauber. Dies entsprach dem Wunsch der Besuchergruppe.

Das Simulationszentrum der Heeresfliegerwaffenschule   Foto: GfW

Nach dem Vortrag wurde die Besuchergruppe in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe besuchte das Herz der Ausbildung, das Simulationszentrum, mit 16 hochmodernen, in Europa einmalige Simulatoren für die Schulung auf die Hubschraubermuster  „ES 135“,“ HC 53“ und  „NH 90“ sowie auf die  älteren Muster „BO-105“ und „Bell UH-1D“. Jeder der Besucher erhielt unter kompetenter Aufsicht die Möglichkeit, seine erste Flugstunde im  Simulator zu absolvieren. Für viele der Mitgereisten war dies  ein unvergesslicher Eindruck.  Die andere Gruppe besichtigte in der Zwischenzeit  den leichten Transporthubschrauber NH 90 in der MedEvac (MEDizinische EVAKuierung) Ausstattung. Hier erhielten sie von einsatzerfahrenen Piloten und Mechanikern eine detaillierte  Einweisung auf dieses  Flugmuster, die von den Flugfähigkeiten dieses leichten Transporthubschraubers und dessen Leistungsfähigkeit begeistert sind. Unverblümt wurde aber auch über die Kinderkrankheiten des Flugzeuges gesprochen, wobei man guten Mutes ist, dass die Industrie diese Mängel in den Griff bekommt.

Nach Einnahme eines reichhaltigen Mittagessens, fand ein Wechsel der Gruppen statt, so dass jeder der Mitgereisten die gleichen Besuchsinhalte vermittelt bekam.

Überrascht von der Gastfreundschaft, aber auch vor allem von der souveränen, aber jederzeit herzlichen Professionalität seitens der Soldaten der Heeresfliegerwaffenschule, was sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung dieses Informationsbesuches betraf, verließ die Reisegruppe vollauf zufrieden die Schäfer Kaserne und wandte sich dem weiteren Höhepunkt der Informationsfahrt, dem Hubschraubermuseum in Bückeburg, zu.

Im Hubschraubermuseum Bückeburg   Foto: GfW

Unter dem Motto “Technik erleben und verstehen – von der Emotion zur Information” stand die Führung durch das in Europa einmalige Museum. Herr Balz von der Museumleitung ging mit den Besuchern  durch die Themenräumen und erklärte die faszinierende Technik der Hubschrauber mit großer Leidenschaft. Immer wieder zeigte er den menschlichen Aspekt hinter der technischen Entwicklung auf. Wichtig war es dem Referenten, die Menschen hinter dem Fluggerät zu zeigen, um den Zuhörern eine Identifikationsmöglichkeit zu eröffnen.

Mit Kaffee und Kuchen konnten die Besucher sich dann nach 90-minütiger Führung stärken und die Informationsveranstaltung nachbereiten.  Einhellig waren sich die Mitreisenden, dass solche Veranstaltungen einen hohen Informationswert haben und durchaus wiederholt werden sollte.

 

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