Nachschau - Veranstaltung am 03.06.2014

 

 

Referentin:

Julia Weigelt

Freie Journalistin

Journalistenbüro Innere und Äußere Sicherheit

SICHERLICH, Hamburg

Preisträgerin GfW-Journalistenpreis 2013

 Dienstag, 03. Juni 2014, 19.30 Uhr

Soldatenheim „Haus Adelheide“

(vor Feldwebel-Lilienthal-Kaserne)

 Abernettistraße 43, Delmenhorst

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Pressebericht

vom 05.06.2014

Von Helmuth Riewe

Delmenhorst. Mit ihrem Vortrag zum Thema „Veränderte Kriegswahrnehmung in Zeiten des Internets“ hat die Hamburger Journalistin Julia Weigelt viel Erstaunen ausgelöst. Besonders ein Video von Bundeswehrsoldaten sorgte für Verwunderung.

Untermauert mit zahlreichen Bild- und Textbeispielen aus sozialen Online-Netzwerken hat sich am Dienstagabend die Hamburger Journalistin Julia Weigelt mit der veränderten Kriegswahrnehmung in Zeiten des Internets auseinandergesetzt. Die Nutzung von Internetmedien durch Soldaten auch in Kriegsgebieten könne nicht wirksam verboten werden, lautete das Fazit der Referentin vor 50 Zuhörern im Soldatenheim „Haus Adelheide“.

Stattdessen warb Weigelt für Fortbildungen zur Verbesserung der Medienkompetenz bei den Nutzern aller Dienstgrade. „Militärische Geheimhaltung ist wichtig“, stellte sie fest. Dazu sei erforderlich, dass Vorgesetzte die eigenen Richtlinien kennen und sie besprechen.

Zu Beginn des Vortragsabends der Delmenhorster Sektion der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik hatte der Standortälteste Christoph Schladt der 30-jährigen Hamburgerin eine Steilvorlage zur Präsentation ihrer Thesen geliefert. Er sei weder bei Facebook noch bei Twitter, hatte der Oberstleutnant bekannt. In ihrer Generation sei eine solche Abstinenz nicht mehr zu erwarten, stellte Julia Weigelt dem entgegen. Die Produktion von Bildern und Filmen sowie von Tonaufnahmen schaffe inzwischen so gut wie jeder ihres Alters.

Mit dem im Internet unter dem Titel „Luftwaffe auf der Suche nach dem usbekischen Lasso“ zugänglichen Film von Bundeswehrsoldaten in Zentralasien konfrontierte Julia Weigelt ihre Zuhörer mit einer Medienrealität, von der viele bisher nichts geahnt hatten. „Die machen sich ja zum Clown“, wetterte ein Reservist. Natürlich werde mit solchen Aktionen in der Bundeswehr Kopfschütteln ausgelöst, stellte auch die Referentin fest. Doch dies sei ein Generationenkonflikt.

Mit Beispielen aus den Internetauftritten der Taliban sowie der Bundeswehr dokumentierte Julia Weigelt zahlreiche Versuche, die Möglichkeiten des Internets für die jeweilige Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen. Während die internationalen Truppen meist auf „gute Nachrichten“ setzten, könnten bei den Taliban auch „blutige Bilder ohne Ende“ angesehen werden. Profitieren könne aus solch allgemein zugänglichen Quellen jeder.

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