• Mi, 14. März 2012
    Oldenburg
    Vortragsabend
    Vernetzte Sicherheit - vernetzte Sicherheitspolitik"
  • Di, 13. März 2012
    Delmenhorst
    Vortragsabend
    Vernetzte Sicherheit - vernetzte Sicherheitspolitik"
  • Do, 08. März 2012
    Hannover
    Vortragsabend
    "Pakistan - Unterstützer der
    Taliban oder Freund des Westens?"
  • Di, 06. März 2012
    Celle
    Vortragsabend
    "Die beiden Koreas - Chancen
    für eine Wiedervereinigung?"
  • So, 19. Februar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Pressebericht
    "Der Geist der Freiheit"
    zum Vortrag am 15.02.2012
  • Fr, 17. Februar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Pressebericht
    "Ägypten nach Mubarak"
    zum Vortrag am 15.02.2012
  • Fr, 17. Februar 2012
    Wilhelmshaven / Friesland
    Eigenbericht zum Vortragsabend
    "Streitkräfteversorgung mit
    optimiertem Ressourceneinsatz"
  • Mo, 30. Januar 2012
    Wilhelmshaven / Friesland
    Eigenbericht
    zur Mitgliederversammlung
    2012
  • Mi, 18. Januar 2012
    Delmenhorst
    Eigenbericht zum Vortragsabend
    "Israel und Naher Osten"
    mit Dr. Heinrich Heiter
  • So, 15. Januar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Bericht der Bremervörder Zeitung
    zum Vortrag von Oberst Kirsch
    am 12.01.2012
  • So, 15. Januar 2012
    Bremervörde / Zeven
    Pressebericht zum Vortrag
    von Oberst Ulrich Kirsch "Eine neue Phase der Unsicherheit"

Nachschau - Veranstaltung am 17.01.2012

 

Vortragsabend

zum Thema

Israel und Naher Osten –

Hintergründe und Entwicklung

des israelisch-palästinensischen Konflikts

 Referent:

Dr. Heinrich Heiter

Freier Publizist,

ehemaliger Leiter der politischen Bildungsstätte Helmstedt e.V.   

am Dienstag, 17. Januar 2012, 19.30 Uhr

im Soldatenheim „Haus Adelheide“

Abernettistraße 43,  Delmenhorst

(vor Feldwebel-Lilienthal-Kaserne)

*****

Eigenbericht über den Vortragsabend

Vom Nahost-Konflikt zur Arabellion

Dr. Heinreich Heiter referiert über Israel und Naher Osten

134 Vortragsgäste, darunter die frühren Oberstadtdirektoren Dr. Boese und Dr. Cromme, wie auch 58 Soldatinnen und Soldaten aus Adelheide bezeugen das große Interesse am öffentlichen, sicherheitspolitischen Vortragsabend, zu dem der Standortälteste der Bundeswehr und der Leiter der Delmenhorster Sektion in der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) mit dem dauerhaft aktuellen Thema „Israel und Naher Osten“ ins „Haus Adelheide“ eingeladen hatten.

Referent war Dr. Heinrich Heiter aus Helmstedt, ein langjährig in der Erwachsenenbildung tätiger Politikwissenschaftler, der sich in vielen Jahren und mit häufigen Reisen nach Israel, wie in arabische Staaten ein reichhaltiges Wissen zum
Thema angeeignet hat. Ende August 2011 hatte er bereits über die geschichtliche Entwicklung des Nahost-Konflikts in Delmenhorst vorgetragen.

Zunächst nahm er auf wesentliche Aspekte des früheren Vortrag Bezugs, um es damit den Anwesenden zu ermöglichen, seine neuen Informationen sachgerecht einzuordnen. Zum aktuellen Geschehen machte er dann einige Zahlenangaben aus israelischen Erhebungen:
Von derzeit 7,6 Mio. Einwohnern gibt es in Israel 5,77 Mio. Juden. Die anderen sind
mehrheitlich unterprivilegierte Araber/Palästinenser, deren Familieneinkommen durchschnittlich nur 60 % des Einkommens jüdischer Familien beträgt. Zusammen mit den annektierten Gebieten „Westbank“ und „Gaza“, leben in der israelischen Kontrollregion aktuell fast annähernd so viele Araber/Palästinenser wie Juden; bereits in zwei Jahren werden es mehr Araber sein. Deren bürgerliche Gleichberechtigung könnte ein Ende für Israel als „Judenstaat“ bedeuten.

Dr. Heiter verdeutlichte die unterschiedlichen Interessen und Ansprüche, sowohl auf der israelischen (jüdischen), als auch auf der palästinensischen (arabischen) Seite. Auf beiden Seiten behindern „Hardliner“ von gewichtiger Bedeutung einen möglichen Friedensprozess. Bei den Israelis sind es sowohl „ultraorthodoxe Juden“, die mit 10 bis 12 Kindern pro Familie derzeit etwa 15 % der jüdischen Bevölkerung betragen, als auch andere politisch national Orientierte. Sie betrachten die biblischen Gebiete von Judäa und Samaria als angestammtes „jüdisches Land“, in dem sie beliebig siedeln dürfen. Bei den Palästinensern sind es die „Hamas“, welche sich außerhalb der Befreiungsorganisation (PLO) befinden und den Staat Israel unter keiner Bedingung anerkennen wollen. Friedensorientierte Realpolitiker haben daher auf beiden Seiten entschiedene Gegner.

Die „westliche Welt“ unterstützt seit geraumer Zeit die „Zweistaatenlösung“, die eine
Trennung der Lebensräume ermöglichen soll, damit „Palästina“ als Staat entstehen kann. Dafür ist die israelische Siedlungspolitik ein Haupthindernis. Dr. Heiter wusste zu berichten, dass es zwischen dem israelischen Regierungschef Netanjahu und Bundeskanzlerin Merkel zu diesem Problem vor nicht langer Zeit einen heftigen Telefondisput gegeben habe, worüber die deutschen Medien jedoch nicht berichtet hätten. Dazu meinte er, dass Deutschland ungeachtet der grauenvollen, industriellen Vernichtung von 6 Mio. Juden in Europa während der Nazi-Zeit heute dennoch auch Israel gegenüber für unsere Werteordnung eintreten dürfe, wie diese in den westlichen Bündnissen gemeinschaftlich gelte.

Zur „Arabellion“ erwähnte Dr. Heiter, dass die Muslimbrüder und die Salafisten aus bisher freien Wahlen in Nordafrika mehrheitlich hervorgegangen sind. Inwieweit dies einen Wandel zu religiös bestimmten Gesellschaftsordnungen bewirken könne, sei noch nicht abzusehen; die jüngere Generation setze überall auf freiheitliche und demokratische Verhältnisse nach westlichem Vorbild.

Auf Ägypten näher eingehend, verdeutlichte er die dortige Bedeutung des Militärs. Die aktuell regierende Militärführung will sich bei einer neuen Verfassung als oberster Verfassungshüter etablieren (ähnlich der Türkei in den 70-er Jahren) und jeden Einfluss des Parlaments auf den Militärhaushalt verhindern. Das Militär wäre für Israel zwar weiterhin ein Garant für die Beibehaltung des Friedensvertrags von 1979 - aber den wollen die Muslimbrüder nach derzeitigen Aussagen ebenfalls einhalten.

Saudi Arabien zeige keinerlei Interesse an der Umwälzung in der arabischen Welt und unterstütze deshalb überall die fundamentalistischen Salafisten, welche überall ein streng religiös gestaltetes Gesellschafts- und Ordnungssystem anstrengten.

Nach seinem zweistündigen, spannend vorgetragenen Referat blieb nur noch wenig Zeit für eine Diskussion, an der nach der Fülle an Informationen auch kaum noch Bedarf bestand. Für seinen abermals lebendigen und inhaltsreichen Vortrag in Delmenhorst spendeten die Anwesenden dem Referenten einen langen, kräftigen Applaus.

Kay Sachse


 

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