Nachschau - Veranstaltung am 21.01.2014

 

 

Vortragsabend

zum Thema

Vom Cyberkrieg zum Cyberfrieden

Referent:


Stefan Schumacher
Direktor des Magdeburger Instituts für Sicherheitsforschung

Dienstag, 21. Januar 2014, 19.30 Uhr

Soldatenheim „Haus Adelheide“

(vor Feldwebel-Lilienthal-Kaserne)

 Abernettistraße 43, Delmenhorst




Pressebericht

vom 23.01.2014

Experte bewertet Angriffe von Hackern nicht als Krieg

IT-Spezialist warnt vor Übertreibungen mit „Cyberkrieg“

IT-Spezialist Stefan Schumacher beim Vortrag im Haus Adelheide

Delmenhorst (rh). Der IT-Spezialist Stefan Schumacher vom Magdeburger Institut für Sicherheitsforschung hat in der Diskussion um „Cyberkrieg“ und „Cyberfrieden“ vor „Übertreibungen“ bei Begriffsbildungen im Zusammenhang mit Krieg gewarnt. Er referierte auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik sowie des Standortältesten der Bundeswehr am Dienstag vor rund 80 Zuhörern im Haus Adelheide.

Dennoch kennzeichnete Schumacher den immer stärker werdenden Einsatz von Informationstechnologie als gewichtiges Problem, für das gegenwärtig international abgestimmte Sicherheitsstrategien fehlten. Am Beispiel von gezielten Hackerangriffen auf staatliche Kommunikationsnetze in Georgien und Estland erläuterte der Referent die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung zwischen Cyberkrieg und Cyberkriminalität.

Mit Hinweis auf den Militärtheoretiker Clausewitz beharrte er darauf, von einem Krieg nur dann zu sprechen, wenn Staaten auf andere Staaten einwirkten, um dem Gegner die eigene Zielsetzung aufzuzwingen. Bei Hackerangriffen im Internet sei jedoch schwer auszumachen, ob es sich um spezialisierte staatliche Teams oder um junge Computerfreaks handele, die eher zufällig in die geschützten Systeme von Militäreinrichtungen oder Ministerien eindringen konnten. Selbst bei dem „Stuxnet”-Angriff auf iranische Atomanlagen sei nicht geklärt, ob dabei die USA oder Israel tätig wurden.

Vor dem Hintergrund, dass im Netz die Herkunft von Cyberattacken kaum nachzuweisen sei, warnte Schumacher vor dem Gedanken, einen Gegenschlag mit konventionell-militärischen Maßnahmen in Erwägung zu ziehen. Am Stichwort „Chinesen im Bundestag“ erläuterte er die Gefahren eines militärischen Konflikts bis hin zum Einsatz von Atomwaffen, sollte es zu einem solchen Ereignis kommen.

 

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