Nachschau - Veranstaltung am 21.07.2014

 

Referent:

Foto: SWP Berlin

Oberst a.D. Wolfgang Richter

Stiftung „Wissenschaft und Politik” (SWP),  Berlin

Dienstag, 22. Juli 2014, 19.30 Uhr

Soldatenheim „Haus Adelheide“

(vor Feldwebel-Lilienthal-Kaserne)

 Abernettistraße 43, Delmenhorst

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Pressebericht

vom 24.07.2014

Von Helmuth Riewe

Delmenhorst. Mit dem vor allem politisch und ethisch kontrovers diskutierten Einsatz von Kampfdrohnen durch die Bundeswehr hat sich am Dienstag im „Haus Adelheide" der Oberst a.D. und heutige Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, Wolfgang Richter, befasst. Auf Einladung des Delmenhorster Standortältesten sowie der hiesigen Sektion der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik erläuterte der Referent seinen knapp 100 Zuhörern, warum er für die Anschaffung solch unbemannter fliegender Kampfsysteme ist. Zugleich verwies Richter auf die zentralen Argumente der Kritiker von Kampfdrohnen.

Nach seinen Worten haben sich inzwischen weltweit mehr als 50 Organisationen zusammengetan, um für eine Ächtung solcher Flugkörper zu werben. Die ethisch mit viel Emotion geführte Debatte gegen den Einsatz von Kampfdrohnen erklärte Richter vor allem mit dem „völlig überzogenen Einsatz" solcher Systeme durch Auslandsgeheimdienste der USA. Deutlich distanzierte sich der Referent von dem amerikanischen Konzept des „gezielten Tötens" auch von lediglich Verdächtigen ohne entsprechende Gerichtsverfahren. Allerdings sei es aus seiner Sicht „völlig absurd", einen solchen inakzeptablen Kampfdrohneneinsatz auch für Deutschland anzunehmen. Dagegen spreche schon der in der Bundesrepublik fest etablierte Parlamentsvorbehalt sowie die sorgfältige Ausbildung der Führungskräfte bei der Bundeswehr. Ein „rote Linie" zog Richter gegenüber voll autonomen unbemannten Kampfsystemen, die bereits in der USA in der Entwicklung seien. Für ihn sei entscheidend, dass die technischen Möglichkeiten einer Kampfdrohne immer in das strategische Konzept verantwortlicher Kommandeure eingebunden sein müssen. Dann könnten Kampfdrohnen womöglich zum Teil Kampfflugzeuge ersetzen.

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