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Seit der
Zeitenwende 1989/90 ist die sicherheitspolitische Agenda
zunehmend von neuen Fragen existentieller Bedeutung
bestimmt:
- Findet die
internationale Staatengemeinschaft zu einer
völkerrechtlich abgesicherten, multilateralen Antwort
auf den transnationalen Terror und regionale Konflikte
neuen Charakters?
- Sind die
internationale Gemeinschaft und Deutschland willens und
in der Lage, präventive, umfassende, primär langfristige
und zivile Sicherheitskonzeptionen zu entwickeln und
umzusetzen?
- Kann die UNO
größere Handlungsfähigkeit erlangen, oder ist die
internationale Gemeinschaft auf dem Weg zum unilateralen
und hegemonialen Handeln einzelner Staaten?
- In welchem
Umfang sind die Nationalstaaten bereit,
Souveränitätsrechte an supranationale Organisationen
abzugeben?
- Findet die
erweiterte Europäische Union zu eigener Identität und
außen- und sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit?
- Gelingt die
Einbindung Russlands und Chinas in die internationale
Sicherheitsarchitektur?
- Welche Rolle
übernimmt die erweiterte NATO?
- Kann die
Proliferation von Massenvernichtungswaffen begrenzt
werden?
- Wo sind die
Grenzen zwischen der Durchsetzung globaler
Menschenrechte und handfester nationaler Interessen zu
ziehen?
- Welche
sicherheitspolitische Rolle muss und kann Deutschland
übernehmen, um einerseits seiner internationalen
Verantwortung gerecht zu werden und andererseits seine
Handlungsgrenzen nicht zu überziehen?
- Wie kann der
Prozess der deutschen Einheit wirkungsvoller gestaltet
werden?
Diese veränderte
Agenda hat auf die Arbeit der GfW unmittelbare
Auswirkungen. Die Bundesrepublik Deutschland braucht
eine intensive sicherheitspolitische Debatte in der
Öffentlichkeit. Diese Debatte zu fördern, ohne
Scheuklappen, kontrovers und konstruktiv, ist eine
Aufgabe, für die die GfW als unabhängige Institution
prädestiniert ist. Sicherheitspolitik wird dabei in
umfassenden Sinn verstanden, nicht etwa nur beschränkt
auf militärische Gesichtspunkte.
Der Landesbereich II - Niedersachsen und Bremen -
gliedert sich derzeit in 14 Sektionen mit insgesamt 860
Mitgliedern. Er umfasst einen kleinen Stadtstaat
und ein großes Flächenland. Daraus resultiert eine sehr
vielfältige Klientel, auf die sich die
Öffentlichkeitsarbeit flexibel und kreativ einzustellen
hat. In gewissem Umfang vermag die GfW
Informationsdefizite zu kompensieren, die durch die
abnehmende Präsenz der Bundeswehr in der Fläche und die
geringere Anzahl von Wehrpflichtigen unvermeidbar
entstehen.
Die Verantwortung für das Informationsangebot liegt
vornehmlich bei den Sektionsleitern, die selbständig
Themen bestimmen, Referenten verpflichten und die
Veranstaltungsart festlegen. Dieser große Freiraum der
Sektionsleiter macht den besonderen Reiz und die
Attraktivität der Veranstaltungen aus.
Erfreulicherweise können vielfach hochkarätige
Referenten gewonnen werden, die sich honorarfrei zur
Verfügung stellen. Sie wissen zu schätzen, dass sie in
Veranstaltungen der GfW ein kompetentes, interessiertes
und diskussionsfreudiges Publikum finden. Sie erkennen
zudem an, dass die GfW durch die ehrenamtliche Arbeit
ihrer Funktionsträger ein ausgesprochen günstiges
Verhältnis von Aufwand und Effekt in der politischen
Bildungsarbeit bietet.
Im Landesbereich Niedersachsen und Bremen wird mit
zahlreichen Institutionen eine enge Zusammenarbeit im
Erfahrungsaustausch und bei der Organisation von
Veranstaltungen gepflegt. Neben der Bundeswehr sind
beispielhaft die Deutsche Atlantische Gesellschaft, die
Stiftungen der Parteien, der Bundeswehrverband und der
Verband der Reservisten der Bundeswehr zu nennen. Die
GfW wahrt dabei ihr eigenes Profil, das insbesondere
durch die Vielfalt des Informationsangebotes und die
Unabhängigkeit von Partikularinteressen geprägt ist.
Ihr
Werner Hinrichs
Oberstleutnant a.D.
Landesvorsitzender II
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