Pressebericht vom 10.02.2013

 

 

Pressebericht

vom 10.02.2013

„Es fehlt die öffentliche Debatte“
GfW Sektion Bremervörde-Zeven mit vielfältigem Angebot

von Aranka Szabó

Bremervörde. Seit über 60 Jahren organisiert die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Bremervörde-Zeven, Informationsveranstaltungen und Exkursionen rund um das Thema Sicherheitspolitik. Auch in diesem Jahr stehen
acht interessante Veranstaltungen auf dem Terminkalender.

„Polizei sucht Salafisten“. Mit dieser Schlagzeile präsentierte sich „Die Welt“ Mitte Dezember nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof. Der dringende Tatverdacht gegen zwei Angehörige der ultrakonservativen islamischen Strömung entpuppte sich jedoch vorerst als falsch. „Wer sind diese Salafisten“ und „Müssen wir uns Sorgen machen?“ Diesen Fragen stellte sich vor wenigen Tagen Dr. Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin und eröffnete damit die diesjährige GfW-Veranstaltungsreihe.

Oberstleutnant a.D. Werner Hinrichs. Foto: asz

Was bedeutet Sicherheitspolitik eigentlich? Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert Sicherheitspolitik als „alle Maßnahmen, die geeignet sind, Konflikte
zwischen Bürgern beziehungsweise zwischen Staaten zu verhindern, und die der Schaffung beziehungsweise dem Schutz der Unversehrtheit von Personen und Sachen beziehungsweise der staatlichen Unverletzlichkeit dienen“ (Bundeszentrale für politische Bildung).

Häufig wird Sicherheitspolitik ausschließlich mit militärischen Maßnahmen in Verbindung gebracht. Dabei gilt es, einen größeren Rahmen, auch an Möglichkeiten zur Friedenserhaltung, zu betrachten. Grundsätzlich jedoch, „ist es schwer, in Deutschland sicherheitspolitische Debatten anzustoßen“, sagte die GfW-Präsidentin
und ehemalige Verteidigungsausschussvorsitzende Ulrike Merten anlässlich der 60-Jahr-Feier in Berlin im vergangenen März. „Es fehlt an öffentlichen Debatten“ stimmte ihr Verteidigungsminister Thomas De Maizière in seiner Festrede zu. Dabei steige der Bedarf an sicherheitspolitischer Informationsarbeit angesichts andauernder und wechselnder Krisen, meint Oberstleutnant a.D. Werner Hinrichs, GfW-Landesvorsitzender und Sektionsleiter Bremervörde-Zeven. Und so möchte die GfW mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit „als Multiplikator sicherheitspolitischer Themen dienen“ und „zur Aufklärung und Meinungsbildung der Bevölkerung beitragen.“ Die GfW arbeite dabei parteipolitisch unabhängig, thematisch und zielgruppenorientiert und möchte nach dem Wegfall der Wehrpflicht, auch die Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung aufrechterhalten. Kooperationspartner neben der Bundeswehr sind beispielhaft die Deutsche Atlantische Gesellschaft, Parteistiftungen, der Bundeswehrverband und der Verband der Reservisten der Bundeswehr.

Dabei darf deutsche Sicherheitspolitik durchaus auch kritisch betrachtet werden, wie etwa bei dem Thema „Kindersoldaten: Opfer oder Täter?“ Am 25. April wird sich Ralf Willinger, Kinderrechts-Experte bei Terre des Hommes, dieser Frage widmen. Nicht nur afrikanische Kindersoldaten werden in seinem Vortrag thematisiert. Auch deutsche Rekrutierungspolitik wird im Fokus seines Vortrages stehen, denn entgegen dem auch von der Bundesrepublik unterzeichneten Zusatzprotokoll zur UN Kinderrechtskonvention zum Schutze Minderjähriger, rekrutiert die Bundeswehr nach wie vor unter 18-Jährige für den Freiwilligen Wehrdienst.

Können Sie sich vorstellen, dass alleine im Militär-Camp „Marmal“ in Masar-i-Sharif, Afghanistan, täglich 40.000 Liter Benzin verbraucht werden? Ob Operation, Lebensmittel oder Panzerreparatur – eine ausgeklügelte Logistik sorgt für einen reibungslosen Betrieb im militärischen Einsatz. Wie diese funktioniert, erklärt beim traditionellen Eisbeinessen am 13. März Brigadegeneral Michael Vetter.

Im Einsatz wird vor Ort repariert - Wie funktioniert die Logistik dahinter? Camp Marmal, Masar-i-Sharif, Afghanistan Foto: asz

 

Ein junger Afghane auf dem Weg zur Arbeit im Camp Marmal, Masar-i-Sharif, Afghanistan.

Ebenso spannend dürfte die Entwicklung der Bundeswehr unter demographischen Gesichtspunkten werden. Während manch ein Experte vorrechnet, dass bald jeder vierte Schulabgänger einen Pflegeberuf erlernen müsste, um den kommenden Pflegebedarf zu decken, erklärte Oberst Ulrich Kirsch, Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, auf einer GfW-Veranstaltung im vergangenen Jahr, dass sich jeder zehnte Schulabgänger bei der Bundeswehr bewerben müsste, um genügend Auswahl für geeigneten Nachwuchs zu haben. „Welche Konsequenzen
und Chancen für die äußere Sicherheit und Verteidigung“ folgen aus dem Demographischen Wandel? Oberst a. D. Roland Kaestner wird diese Frage am 22. Mai beantworten. Kaestner ist Geschäftsführer des Instituts für strategische Zukunftsanalyse der Carl Friedrich von Weizäcker- Stiftung.

191.000 Einträge findet Google auf die Frage „Gehört der Islam zu Deutschland?“ Bundeskanzlerin Angela Merkels bejahte diese Frage. Wird auch Prof. em. Peter
Antes, Leibnitz-Universität Hannover, dieser Meinung sein? Sein Vortrag, der auf der GfW-Veranstaltung in Celle über 200 interessierte Zuhörer fand, wird dazu eine „religionswissenschaftliche Analyse der deutschen Realität“ abgeben. Am 19. Juni findet diese Veranstaltung statt.

NATO-Partner und Nachbar Syriens ist die Türkei. Dr. Ralf Bambach wird sich am 14. August mit dem Thema „Türkei eine aufstrebende Regionalmacht – Sicherheitspolitik am Bosporus“ beschäftigen. Bambach ist Politikwissenschaftler und Philosoph und gilt als langjähriger Türkei- Experte.

Bundeswehr-Interessierte werden auf zwei Veranstaltungen auf ihre Kosten kommen. Ein ganztägiger Informationsbesuch des Marinefliegerkommandos in Nordholz steht im September auf dem Programm. Hier sollen das Aufklärungsgeschwader und die Einsatzgeschwader sowie das Zeppelin-Museum besucht werden. Der geplante Oktober-Vortrag widmet sich dem „Quo Vadis der Heeresfliegertruppe“. In der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg werden deutsche und auch französische Piloten ausgebildet. Als Referent ist Brigadegeneral Reinhard Wolski, Kommandeur der Heeresfliegerwaffenschule, eingeladen. Noch offen ist das Thema der letzten Veranstaltung 2013 im November.
Alle Vorträge finden im EWE-Kundencenter statt.

 

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