Nachschau - Veranstaltung am 19.06.2014

 

 

Referent:

Dr. Christian Wipperfürth

Publizist zur russischen Außen- und Energiepolitik

am Donnerstag, 19. Juni 2014, 20.00 Uhr

im Gorch-Fock-Haus

Viktoriastr. 15, Wilhelmshaven

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Pressebericht

vom 24.06.2014

SICHERHEITSPOLITIK Dr. Christian Wipperfürth: Hass zwischen Bevölkerungsgruppen steigt

WILHELMSHAVEN/LR–„Die Ukraine vor der Zerreißprobe“, unter diesem Titel referierte vor der Sektion Wilhelmshaven und Friesland der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik Dr. Christian Wipperfürth.

Wipperfürth ist promovierter Historiker. Zwischen 1992 und 1998 hat er für das Europäische Parlament und den Deutschen Bundestag gearbeitet. Nach seiner Promotion war er Assistent Professor an der Universität St. Petersburg / Russland. Derzeit ist er als Publizist tätig und hat sich in vielen Publikationen als ausgezeichneter Kenner der russischen Außenpolitik und der Verhältnisse in der Ukraine erwiesen.

Wipperfürth vertrat die Ansicht, dass die Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt in den westlichen Medien ziemlich einseitig sei. So war die Außenpolitik Russlands nach der Wende nachweislich nicht imperialistisch, obwohl dies in den Medien immer wieder unterstellt wurde. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim scheint sich dies zu ändern. Allerdings war es nach Meinung des Vortragenden ziemlich undiplomatisch, zu glauben, man könne ein Assoziierungsabkommen mit der EU abschließen, ohne Russland einzubeziehen, und zwar ehrlich und auf gleicher Augenhöhe. Schließlich würde ein solches Abkommen den Einflussbereich der EU und der NATO erstmalig direkt an die russische Grenze verlegen. Außerdem wäre die Gefährdung der russischen Flottenstützpunkte auf der Krim in keinem Fall hinnehmbar.

An Hand vieler Umfragen und Untersuchungen belegte der Vortragende, dass die Ukraine ein gespaltenes Land sei. Während die Bevölkerung im Westen mehrheitlich nach Europa tendiert, sei es im Osten umgekehrt. Der Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen nehme zu.

Leider seien gleichberechtigte Verhandlungen an den Falken beider Seiten immer wieder gescheitert. Wipperfürth befürchtet, dass der Konflikt mit friedlichen Mitteln nicht mehr zu lösen sei. Ein Auseinanderbrechen der Ukraine erscheine unvermeidlich.

Blutvergießen und Flüchtlingsströme dürften die Folge sein. Die letztendlichen Auswirkungen auf die Ost-West-Beziehungen seien zurzeit nicht absehbar.

 

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