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Informationsfahrt zu Heeresfliegern und Hubschraubermuseum nach Bückeburg

BREMERVÖRDE/BÜCKEBURG. Kürzlich führten die Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) Sektion Elbe-Weser, der Verband der Reservisten der Bundeswehr, Kreisgruppe Rotenburg sowie die Traditionsgemeinschaft FlaRakGrp 36, die sich mit Sicherheitspolitik im Elbe Weser Raum beschäftigen, eine Informationsfahrt zur Heeresfliegerwaffenschule und zum Hubschraubermuseum nach Bückeburg durch. Auf Einladung von General Alfons Mais, Kommandeur der Heereswaffenschule, besuchten 32 Mitglieder und Gäste den Heeresflugplatz in Bückeburg.

Nach einer Begrüßung im Lehrsaalgebäude durch Oberstleutnant Jörg Steinbock erhielt die Besuchergruppe von ihm einen sehr detaillierten Vortrag über den Auftrag und die Aufgaben der Heeresfliegerwaffenschule, die ab nächstem Jahr internationales Zentrum für Hubschrauberausbildung wird. Steinbock zeigte auf, dass die Heeresfliegerwaffenschule die trainingsgebundene Aus- und Weiterbildung für die Heeresfliegertruppe sowie die fliegerische Ausbildung auf Hubschraubern für alle Teilstreitkräfte und Anteile der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung durchführt.

Die Hubschraubergrundausbildung für rund 70 Flugschüler findet mit modernen Schulungshubschraubern des Typs Eurocopter „ES 135“ statt. Auch werden dort Piloten der Heeresfliegertruppe auf den leichten Transporthubschrauber „NH90“ sowie die der Luftwaffe auf den schweren Transporthubschrauber „HC53“ geschult. Außerdem finden zurzeit Schulungen auf älteren Fluggeräten, wie „BO-105“ und „Bell UH- 1D“ statt, die kurz vor ihrer Außerdienststellung stehen.

Insgesamt verfügt die Hubschrauberschule über 80 fliegende Waffensysteme. Zum Einsatzrahmen der Hubschrauberpiloten gehöre auch die „normale militärische Ausbildung“ der Soldaten, so Steinbock. Aufgrund ihrer besonderen Befähigung seien die Flieger jedoch für die verschiedensten Einsatzarten gerüstet – militärischer wie auch ziviler Art. Bei Nothilfeeinsätzen stünden die Hubschrauberpiloten im Rahmen ihrer Möglichkeiten bereit: „Unsere heutigen Hubschrauber haben da eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu den bisherigen Fluggeräten“, erklärte der Oberstleutnant, der hinzufügte, dass die Heeresflieger auch bei ihren Einsätzen in Afghanistan ihren Auftrag erfüllt hätten.

Auch wenn vom „Tiger“ aus noch kein Schuss abgegeben worden sei, habe das Kommando doch feststellen können, dass Kampfhandlungen sofort nachließen, sobald die „Tiger“-Hubschrauber nur im Anflug waren, beschrieb Steinbock die abschreckende Wirkung des Waffensystems. Jörg Steinbock berichtete, dass die Heeresfliegerwaffenschule seit 2003 ein deutsch-französisches Heeresfliegerausbildungszentrum TIGER (École Franco-Allemande) auf dem Flugplatz Le Luc in der französischen Provence zur Schulung betreibt. An diesem Ableger werden nicht nur deutsche, sondern auch französische und spanische Heeresflieger auf den Kampfhubschrauber TIGER („EC 665“) ausgebildet mit insgesamt 16 Simulatorplätzen und über 20 Hubschraubern für den Realflug.

Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Referent fachkundig viele Fragen der Zuhörer zur Ausbildung, zum Einsatz und zur Leistungsfähigkeiten der Hubschrauber.

Nach dem Vortrag wurde die Besuchergruppe in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe besuchte das „Herz der Ausbildung“, das Simulationszentrum, mit 16 hochmodernen, in Europa einmalige Simulatoren für die Schulung auf die Hubschraubermuster „ES 135“, „HC 53“ und „NH 90“ sowie auf die älteren Muster „BO- 105“ und „Bell UH-1D“. Jeder der Besucher erhielt unter kompetenter Aufsicht die Möglichkeit, seine erste Flugstunde im Simulator zu absolvieren. Für viele der Mitgereisten war dies ein unvergesslicher Eindruck.

Die andere Gruppe besichtigte in der Zwischenzeit den leichten Transporthubschrauber „NH 90“ in der „MedEvac“ (MEDizinische EVAKuierung) Ausstattung. Hier erhielten sie von einsatzerfahrenen Piloten und Mechanikern, die von den Flugfähigkeiten dieses leichten Transporthubschraubers und dessen Leistungsfähigkeit begeistert sind, eine detaillierte Einweisung auf dieses Flugmuster. Unverblümt wurde aber auch über die Kinderkrankheiten des Flugzeuges gesprochen, wobei man guten Mutes sei, dass die Industrie diese Mängel in den Griff bekomme.

Nach dem Mittagessen fand ein Wechsel der Gruppen statt, so dass jeder der Mitgereisten am Ende des Tages die gleichen Inhalte vermittelt bekommen hatte.

Überrascht von der Gastfreundschaft, aber vor allem von der souveränen und dabei jederzeit herzlichen Professionalität seitens der Soldaten der Heeresfliegerwaffenschule, was sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung dieses Informationsbesuches betraf, verließ die Reisegruppe vollauf zufrieden die Schäfer Kaserne und wandte sich dem nächsten Höhepunkt der Informationsfahrt,
dem Hubschraubermuseum in Bückeburg, zu.

Die Führung durch das in Europa einmalige Museum stand unter dem Motto „Technik erleben und verstehen – von der Emotion zur Information”. Dieter Bals von der Museumleitung ging mit den Besuchern durch die Themenräumen und erklärte die faszinierende Technik der Hubschrauber mit großer Leidenschaft. Immer wieder zeigte er den menschlichen Aspekt hinter der technischen Entwicklung auf. Wichtig war es dem Referenten, die Menschen hinter dem Fluggerät zu zeigen, um den Zuhörern eine Identifikationsmöglichkeit zu eröffnen.

Mit Kaffee und Kuchen konnten die Besucher sich dann nach 90 minütiger Führung stärken und die Informationsveranstaltung nachbereiten. (SJ)


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